Museum der Erinnerungen # 2 Bilder

>>> ein Projekt von Eva Brunner-Szabo / Gert Tschögl
dieses Projekt befand sich von 2001 -2005 im Hidden Museum

 




Das Museum der Erinnerungen ist ein Museum ohne Gebäude und ohne festen Ort, das temporär in den öffentlichen Raum eindringt. Aber es beinhaltet die klassischen Aufgaben eines Museums: finden/sammeln, erhalten/archivieren, präsentieren/vermitteln; es ist aber auch ein künstlerischer Eingriff, der sich der Erinnerung und des Gedächtnisses des Rezipienten bemächtigt.
Ausgangsmaterial des Museum der Erinnerungen sind meist anonyme - auf Dachböden und Flohmärkten gefundene - Fotografien. Es sind Bilder ohne Beschriftungen. Anlaß, Ort und/oder Zeitpunkt ihres Entstehens sind unbekannt. Die Aura des Historischen, die diese Fotografien umgibt, soll Erinnerungen an Erlebtes und Gehörtes wachrufen. Die BetrachterInnen und BesucherInnen des Museum der Erinnerungen sind aufgefordert, ihre assoziativen Bemerkungen und Erinnerungen den Fotos anzufügen. Fotos ohne Bildunterschriften sind der Anonymität und dem Vergessen preisgegeben, fordern aber auf sich sprachlich mit Momentaufnahmen der Geschichte auseinanderzusetzen. Mit der Sprache und dem Text jedoch eröffnet sich auch der Diskurs um bereits Vergessenes und Verdrängtes.

Seit Herbst 1997 führt das Museum der Erinnerungen, das sich als work-in-progress versteht, seine Projekte teils im virtuellen, teils in realen Räumen durch. An die 250 Texte/Erinnerungen sind seit Beginn beim Museum der Erinnerungen eingelangt. Fragmentarische, wortfetzenartige Erinnerungen, essayistische Texte, detaillierte Situationsbeschreibungen, betroffenmachende Erlebnisberichte.Museum der Erinnerungen wird so zu einem Wechselspiel in dem Zeitbilder Zeitzeugen hervorrufen und umgekehrt. In der Montage und Gegenüberstellung der verschiedenen Texte und Fotos, werden Erinnerungen und Interpretationen geschichtlicher Ereignisse ihrer Absolutheit und Gewißheit entkleidet - und dies gilt für den Text und das Foto gleichermaßen. Sie fügen sich aber wie Puzzlesteine zusammen zu einem fragmentarischen Bild einer Gedankenlandkarte über unsere Zeitgeschichte und unsere gemeinsamen Erinnerungen.

Einst gab es in England einen Beamten der den Titel "Remembrancer" trug, in Wahrheit war dies ein Euphemismus für den Schuldeneintreiber. Es gehörte zu seiner Pflicht, die anderen an das zu erinnern, was sie selbst gern vergessen wollten" (Peter Burke). Als "Remembrancer" zu arbeiten ist eine der wichtigsten Aufgaben, die Künstler wahrzunehmen haben. In diesem Sinne sehen wir uns mit dem Projekt Museum der Erinnerungen als "Remembrancer", die Erinnerungen antasten um Verdrängtes wachzurufen.

Sie haben die Möglichkeit, Ihre Bildunterschrift, Ihren Kommentar, Ihre Anmerkungen oder einen kurzen Text zu diesen beiden Fotos hier unter hidden.museum@tirolkultur.at zu deponieren. [Vielleicht machen Sie auch kurze Angaben zu ihrer Person.]


>>>>>>>>>>>>>>>> 1.9.2003. Diese Seite wird nun etwas mehr als zwei Jahre betreut. Untenstehend finden Sie eine Auswahl der eingegangenen Bildkommentare. Da sich inhaltlich nichts Substanzielles mehr zu ergeben scheint, ist es sinnvoll, die Dokumentation abzubrechen. Obwohl der Großteil der Kommentare relativ ausführlich gehalten ist, erinnert das Ganze doch an ein Gipfelkreuzbuch. Wie dort wird auch hier formal und inhaltlich zitiert. Wie sich dort vor die Landschafts- und Körpererfahrung Geschriebenes schiebt, so scheinen sich hier Texte vor die Bildbetrachtung zu schieben. Sicher, die Sache ist brüchig, schleicht sich dann doch wieder auf diese oder jene Weise Biographisches ein. Erinnerung an Gipfelbücher auch dort, wo Eigenes an anderer Stelle deponiert, abgelegt wird. Das Internet ist ja der eigentliche Fäkalraum der Postmoderne. Hier vermengt sich alles, ohne dass die Akteure letztlich miteinander in Beziehung treten. Es ist keine Frage der Person, sondern eine des Mediums. Andererseits finden sich in den Kommentaren vielfache Überschneidungen. Auf der Textebene hängen alle Beobachtungen letztlich wieder zusammen, bildet sich eine innere Struktur. Dies gilt selbst für vollkommen konträre Interpretationen. Während manche die beiden Frauen auf der Flucht sehen, fällt anderen zu diesem Foto eine komische Situation ein. Würde man mit Hilfe eines hermeneutischen Verfahrens diese Kommentare aufarbeiten, so würden sich selbst solche Widersprüche auflösen. Wird das so gesammelte Material nicht bearbeitet, haben wir es mit einer einzigen Aneinanderreihung von Kommentaren und Meinungen zu tun. So verschwindet das Deponierte in einer Art medialem Blinddarm. Es ist, und das gilt auch für mich, als hätte man in die Luft gesprochen. Auch wenn sich über die beiden Fotos eine Vielzahl von sicheren Aussagen machen lässt, so liegt das Entscheidende nicht im eruierten Wahrheitsgehalt der Abbildungen, sondern in der inzwischen banalen Tatsache, dass wir vor allem etwas über das Interpretationsverhalten in den Jahren 2001/ 2002/ 2003 erfahren. Eine Art Rorschachtest. Menschen werden banale Bilder zur Entschlüsselung vorgelegt. Sie bemühen sich um eine Deutung, dabei geben sie nur Aufschluss über sich selbst. Das ist auch ein Grund, an dieser Stelle die Dokumentation abzubrechen. Sollten Sie aber, was nicht anzunehmen ist, mit Sicherheit um den Fotografen oder die Fotografin wissen oder Ort und Anlass der beiden Aufnahmen bestimmen können, so wird Ihnen nach wie vor unsere Aufmerksamkeit sicher sein. Bernhard Kathan <<<<<<<<<<<<<<<<<<<


Die Spaziergänger. Ein Mann macht mit drei Frauen einen Ausflug. Die Symmetrie verleitet uns, im Fotografen einen Mann zu sehen, die Handtasche, welche der Mann trägt, legt allerdings die Vermutung nahe, dass es sich bei dieser Person um eine Frau handeln muss. Sie und die drei abgebildeten bilden ein Gruppe. Es kann sich um Eltern mit ihren beiden erwachsenen Töchtern handeln. Zwischen den beiden flüchtenden Frauen und dem Fotografen dieses Bildes gibt es dagegen keine Verbindung. Wer zur Flucht gezwungen ist, macht keine Fotos, bringt sich nicht in Position. Zwischen dem Fotografen und den beiden Frauen herrscht eine absolute Kluft, und es ist anzunehmen, dass der Fotograf jenen zuzuordnen ist, welche die Fluchtbewegung ausgelöst haben. Ein Schnappschuss als Beutestück eigener Überlegenheit.

Bernhard Kathan

Eine - unheimliche - Ruhe und Selbstzufriedenheit liegt über dem Bild. Das schmale Oberlippenbärtchen und die Dirndltracht lassen an die 30er Jahre denken. Der klare, blanke Weg führt hinein ins Bild. Mit sicherem Schritt, leichtem Gepäck (und klaren Schatten) unterwegs in der heimischen Landschaft. Unter sich sein. Lächeln in die Kamera. Der Fotograf ist der vierte im Bunde. Ankommen.
Eilige Schritte auf unsicherem Boden, den Blick unter der Last gesenkt. Ins Bild, durchs Bild, aus dem Bild hinaus. Das Zentrum bleibt leer. Der Boden zerrinnt ebenso wie die Landschaft im Hintergrund. Eine fremde Gegend. Kein Lachen in die Kamera. Die beiden Frauen und die Kamera berühren sich kaum. Als seien beide in Gefahr. Ein flüchtiger Blick (im Fahren?) auf Flüchtige? Weggehen.

Anton Holzer

Zweierlei Gepäck
Nach dem ersten schnellen Einordnen werden mir die Bilder immer fremder und fraglicher.
Das eine Bild mit den drei Personen, ein Sonntagsausflug, oder doch eher ein Besuch bei Freunden oder der Familie. Das Gepäck ist für einen Ausflug zu groß und untypisch. Die Blumen, welche die junge Frau im Korb mitträgt, könnten als Mitbringsel gedeutet werden. Was mag wohl in diesem Koffer, dem Rucksack eingepackt sein? Beim Körbchen der jungen Frau muß ich an Rotkäppchen denken. Die beiden Frauen haben sich schön angezogen. Dabei wirken die Dirndln eher ärmlich, ebenso die aufgebügelten schneeweißen Blusen wie die als Schmuck auf die Schürze aufgenähte Bordüre, ebenso die betont sportlichen Hüte. Sie wirken stolz und doch auch verlegen. Der Mann im Vordergrund hat seinen Koffer gegen die Damentasche getauscht. Alle drei schauen in die Kamera. Sie sind Subjekte des Bildes, so möchten sie sich an diesen Augenblick erinnern. Das Bild als Gesamtes hat etwas Statisches, im Hintergrund sind kleine Einfamilienhäuser in ländlicher Gegend zu sehen, die Straße ist asphaltiert, aber ohne Gehsteig. Sie haben den Boden fest unter den Füßen. Noch fest? Wieder Fest? So läßt sich für mich auch die Zeit schwer einschätzen. Zwischenkriegszeit? Fünfziger Jahre? Etwas nicht ganz Selbstverständliches, Unsicheres hat es auch, wobei ich es nicht genau festzumachen weiß.
Daneben zwei Frauen: Sind sie auf der Flucht oder werden sie vertrieben? Es scheint, als würde ihnen der Boden unter den Füßen weggezogen. Mein Blick bleibt als erstes an den dünnen Halbschuhen der einen Frau hängen. Es ist kein gutes Schuhwerk, wenn man den Weg so unter die Füße nehmen muß. Sie haben große unförmige Säcke geschultert, die nicht leicht sind. Man sieht das an ihrer gebückten Haltung. Vielleicht ihr Hausrat, Wäsche, alles was sich so in der Eile hineinstopfen ließ. Das Bild vermittelt ein Gefühl von Bewegung, Auflösung. Im Hintergrund ist eine schwarze gähnende Fensteröffnung sichtbar, die Steinmauer ist nur lose aufgeschichtet. Steine sind aus ihr herausgebrochen. Die Straße ist nicht asphaltiert. Es ist eine ärmliche,vielleicht schon zerstörte Gegend. Die zwei Frauen schauen zu Boden, scheinen vom Fotografen keine Notiz zu nehmen. Sie sind eingeschlossen in ihrer Erfahrung. Mein Blick auf sie ist durch den Fotografen, durch das Foto vorgegeben. Kommt mein Mißbehagen daher, dass es mich an die vielen Fernseh- und Pressebilder von den Vertriebenen des Jugoslawienkrieges erinnert, wo ich mich in dieser Zuseherrolle so unwohl fühlte?

Ruth Kathan

1. Bild: "Ute und ich beim Sacktragen-Wettlauf. Ute schaut ganz schön angespannt drein während ich mir das Lachen nicht verkneifen konnte." 2. Bild: "Unserer erste Reise ans Meer. Schade dass das Geld nicht gereicht hat."

Günther Dankl

2 Gesichter der Flucht
Es fällt allzu leicht, die beiden Fotos mit Vorstellungen zu füllen. Diese Bilder im Kopf sind ein Teil der kollektiven Erinnerung, einer stereotypen Vorstellung von Schmutz und Armut in den von der Wehrmacht überfallenen Gebieten Osteuropas - einem Bild, das von deutscher Überlegenheitskultur geprägt ist und das in den Feldpostbriefen der Soldaten oder in den Kriegserzählungen der Väter und Großväter überliefert wird. Ebenso wie der touristische Blick und die ebensolchen Erzählungen aus den überfallenen Ländern West- und Südeuropas, diesen Ländern, die einmal zu den Urlaubsländern der Deutschen und Österreicher werden sollten. Die Empfänger dieser Überlieferungen werden mit diesen übernommenen Bildern gleichsam zu Wehrmachtsangehörigen.
Die erste Assoziation: die drei Wanderer auf dem zweiten Bild sind Westeuropäer. Die Landschaft tut ein übriges. Das Idyll eines Mittelgebirges mit üppigen Wiesen und sauberen Häuschen. Vielleicht entsprechen die drei sogar dem Selbstbild der "Herrenrasse": sogar auf der Flucht adrett und wohlgeordnet, mit einem Lächeln für die touristische Kamera. Flucht? Die Wanderer haben doch noch die Muße, für ein Foto innezuhalten. Vielleicht ist es ein zweiter Mann, der vierte im Bunde, womöglich der Ehemann einer der beiden Frauen, der ein wenig vorausgegangen ist, um dieses Bild zu machen: Sommerfrischler beim Spaziergang. Verräterisch sind nur die Rucksäcke, Köfferchen und übervollen Taschen. Braucht man das alles für das Picknick im Grünen? Woher die drei kommen, ist unerheblich. Vielleicht ist es das Dorf im Hintergrund, vielleicht ist das Dorf auch nur eine Zwischenstation der sonnigen Wanderung. Wohin die drei gehen, diese Frage stellt das Foto nicht. Sie könnten sich ebenso gut gleich an Ort und Stelle in die blühende Wiese setzen und den Tag genießen - wäre da nicht das Gepäck...
Dagegen die Flüchtenden auf dem ersten Foto: das illustrierte Klischee einer Flucht. Hab und Gut zusammengeschnürt über die Schulter geworfen, zwei Frauen, deren Männer als Soldaten gegen die Aggressoren kämpfen mögen, in rascher Bewegung. Sogar die bewegte Unschärfe des Bildes scheint zu suggerieren: nur weg von hier - von links nach rechts durch das Bild. Hier gibt es kein Woher, auch kein Wohin. Flucht? Warum keine Bäuerinnen bei der Hofarbeit? Doch dann vermutlich gäbe es das Bild nicht, das Bild eines fremden Betrachters, sich Bewegende von einem sich Bewegenden aufgenommen, die Bewegungen in entgegengesetzter Richtung. Vielleicht eine Kamera mit ihrem Besitzer auf dem Weg zur Front fotografierend zwei vor der Front Flüchtende...
"Bis jetzt war es ja eine große Kraft durch Freude Reise." (Dt. Kriegsteilnehmer in Frankreich 1940, aus: Klaus Latzel: Tourismus und Gewalt. Kriegserinnerungen in Feldpostbriefen. In: Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht. 8. Aufl., S. 447-459, Frankfurt 1997) "...Wie Du aus Zeitungsberichten, Wochenschauen etc. weißt, ist hier fast alles abgebrannt. Die Wege sind grundlos. Wenn wir als rückwärtiges Heeresgebiet die Gegend von Partisanen, Juden und anderem Gesindel gereinigt haben, ziehen wir weiter, und uns folgt die zivile Verwaltung, um den Neuaufbau vorzunehmen..."
(Feldjust.Insp. F.A., Feld-Kdtr. 199 V, FPN 44345, aus: Walter Manoschek (Hg.): "Es gibt nur eines für das Judentum: Vernichtung". Das Judenbild in deutschen Soldatenbriefen 1939-1944. 3. Aufl., S. 48, Hamburg 1997)

Otfrid Altfeld

2 Realitäten - oder doch nur eine? Ich sitze vor den zwei Fotografien, mein erster Gedanke - typisch: Frauen tragen schwere Lasten, der Mann mit auf dem "Sonntagsausflug" trägt die Handtasche seiner Frau. Ein zweiter Mann fotografiert vielleicht diese idyllische Szene. Dann versuche ich die Zeit einzuordnen - Zwischenkriegszeit oder Nachkreigszeit? Das Foto mit den Spaziergängern wirkt sehr statisch, der Mann schaut skeptisch, unsicher - trägt ein Hitlerbärtchen, versucht ein Lächeln, die Frauen haben sich herausgeputzt, lächeln für den Fotografen, tragen die Schildmützen ihrer Männer als Sonnenschutz (?), eine einen Koffer, die andere einen Rucksack. Was mag wohl drin sein? die Brotzeit? heute würde man wohl Picnic sagen, oder ist es doch vielleicht ihr ganzes Hab und Gut - wer weiß? Das andere Foto hat mehr Dynamik. Die Frauen haben es eilig. Ich kann mich nicht entscheiden - sind sie auf der Flucht oder tragen sie Gesammeltes heim, kommen sie vom Feld mit Futtersäcken fürs Vieh. Irgendwie hat dieses Bild eine Zeitdimension, der Hintergrund ist ganz verschwommen, je länger ich schaue, umso schwerer wirkt die Last der Frauen und ich überlege, wie schnell eine Frau mit soviel Gepäck laufen kann. Die Gesichter wirken sehr konzentriert. Überlebenwollen setzt viel Kraft frei. Ich frage mich, wollen sie für den nächsten Sonntagsausflug überleben oder geht es darum, eine neue Heimat zu finden.

Gerda Waidhofer

Ob die Kinder der beiden Frauen ihre Geschichte erzählen können? ... ein Foto fürs Familienalbum. Aber was mich eigentlich interessiert, ist der Maschendrahtzaun, der quer durchs Bild verläuft.

Karoline Tschuggnall

die anatolische akazie. (bold letters)
am neunzehnten juli 1931
der schnurrbart und die irmgard wie auch ihre scheinbare tante die sich im vordergrund des portrait's des oben erwähnten baumes befinden, gehören natürlich nicht ins bild.
diese st. pöltner sind unterwegs zu einer heimwehr versammlung und kamen hier vorbei in dem augenblick in dem unser foto graf geblitzt hat. und es war seine letzte platte.
der konrad weiß es nicht. der konrad oberholzer in dessen handtasche sich die thermosflasche befinded, hat keine blasse ahnung.
wovon er nichts weiss ist das faktum daß seine relevanz darin besteht dem auf der oberlippe sitzenden gewächs als vehikel zu dienen bis daselbige einen platz finded der sich als geeignet erweist, ihm als fruchtbaren boden zu dienen, um im laufe der jahre sich in eine eiche zu entwickeln, deren bretter für das seitentor der ruprecht kirche vorgesehen sind.
si vis pacem mortadella. (bold letters)

am elften januar 1924.
auch hier, wie früher, ist das thema 'beförderung' offenbar. jedoch kein schnurrbart in sicht.
diese zwei kagraner sind im begriff sich zum örtlichen bäcker zu begeben um ihre tägliche ration zu ergattern. in dem sack den jeder zum einkauf tragen muss befindet sich das täglich gedruckte notgeld welches heutzutage vielfachlich schwerer ist als der einkauf.
dem bäcker zahlt die bank eine "entlastungssumme" als anerkennung dessen er ihnen die stapelierungssorgen abnimmt. gleichzeitig, durch die verwendung des papiergeldes als brennmaterial, sind für den knetermeister die betriebskosten bedeutlich reduziert (brennwert größer als nennwert).
somit ist in dieser welt jedem geholfen.

Fred Plisner

Ein Bild der Flucht...?
..woher?
...wohin?
ein festgehaltener Augenblick dazwischen
warum festgehalten?
von wem festgehalten?
welche Rolle hat die fotografierende Person inne?
eine außenstehende?
Leben die Akteure gar nicht mehr?

Ein Bild der Heimkehr...?
...woher?
...wohin?
ein festgehaltener Augenblick dazwischen
warum festgehalten?
von wem festgehalten?
welche Rolle hat die fotografierende Person inne?
eine mitagierende?

Manfred Gsottbauer

Bei paralleler Betrachtung beider Bilder (wenn das Bild mit den 2 Frauen links liegt) wirken diese auf mich wie Filmsequenzen bzw. zwei Standbilder, die folgende Bildunterschriften assoziieren: 1 flüchtig inne-haltend vorwärts 2 stehenden Schrittes rückwärts zu 1: Die unscharfe Aufnahme erweckt den Eindruck von flüchtig, spontan, kurzlebig und ist unbemerkt aufgenommen, bzw. mit der Kamera mitgeschwenkt > im Fluss der Zeit. zu2: Bei diesem Bild scheint der Film rückwärts zu laufen, d.h. die Protagonisten entfernen sich nach hinten aus dem Bild, wobei der Eindruck entsteht, dass sie für kurze Zeit innehalten und possieren.

Helmut Schlatter

es ist wie beim rorschach-test. man legt mir zwei bilder vor und ich erkenne nationalsozialismus und krieg, hier in form von hamstern und vertreibung. natürlich erkenne ich mehr, und es gibt keine eindeutige zuordnung, und warum rede ich überhaupt vom nationalsozialismus? wir haben in einem bild die biederen herausgeputzten leute mit für einen spaziergang zuviel, für alles andere zuwenig gepäck, die biederen alemannischen häuschen, die saubere asphaltierte straße, der maschendrahtzaun, der blick in die kamera. warum hamstern? die kostümierung läßt auf städter schließen, die umgebung aufs land. das gepäck läßt auf nichts schließen, man kann nur raten: ein picknick, ein paar kleinigkeiten als geschenk für die verwandten, oder eben hamstern. das zweite bild ist viel eindeutiger. bewegung wie flucht, das foto wie aus einem auto heraus aufgenommen, das gepäck wie das von der persönlichen habe gerettete, oder das, was man gerade noch mitnehmen kann, die kleidung ärmlich oder funktionell, die gebäude im hintergrund, soweit erkennbar, eher ärmlich, vielleicht osteuropäisch. wie gesagt, dieses bild erscheint mir eindeutig, etwas anderes als flucht oder vertreibung kann ich mir da nur schwer vorstellen. vielleicht kommt daher die assoziation bei dem so entgegengesetzten ersten bild, daß es auch im krieg spielen müßte, vielleicht kommt sie aber ganz woanders her.

martin achrainer

ERZÄHLE
ERZÄHLE MIR
ERZÄHLE UNS EINE GESCHICHTE
DEINE GESCHICHTE
UNSERE GESCHICHTE
ERZÄHLE SIE VOLLSTÄNDIG
NICHTS SOLL DABEI VERGESSEN WERDEN
NICHTS DARF DABEI VERGESSEN WERDEN
ALLES SOLL GESAGT WERDEN
WEIL
WIR MÖCHTEN ALLES HÖREN
WIR MÖCHTEN ALLES SEHEN
WIR MÖCHTEN ALLES WISSEN
WISSEN DAMIT ES BLEIBT
WISSEN DAMIT ES NICHT VERGESSEN WIRD
DAMIT DASS NICHT
ANDERE DIE GESCHICHTE ERZÄHLEN
DEINE GESCHICHTE ERZÄHLEN
UNSERE GESCHICHTE ERZÄHLEN
UND VERGESSEN
UND DABEI VERGESSEN
DICH DABEI VERGESSEN
DEINE EXISTENZ DABEI VERGESSEN
DICH AUSLÖSCHEN
AUS DER GESCHICHTE
AUS DER ERINNERUNG
AUS DEINEM LEBEN

Marc Schepers

black and white pictures selected by someone .
tourists / natives , leisure / work , above / below.
all are human adults, all were alive at the times that the photos were taken.

van mcelwee

memory - history
Textkommentar: ein unbekannter Ort 1938 - 1945. Ein Mann mit Hitlerbart und Rucksack - 2 Frauen an einem Sommertag - auf einer Wanderung - ein Standbild für ein Foto. Die fotografierende Person fehlt.

Bildkommentar:
ein unbekannter Ort 1938 - 1945. 3 Frauen, eine mit Rucksack an einem Sommertag - auf einer Wanderung - ein Bewegungsbild für ein Foto. Die fotografierende Person fehlt.

Linda Christanell 16. 2. 2001

Die Menschen auf den Bildern (- zumindest die, die ich visuell ausmachen kann) stehen bzw. halten ihre Füße "im Schritt", schreiten (fort? - "Fort-schritt"?- Aber wovon bzw. wozu bzw. wohin?). Es scheint, als wären sie unterwegs, "in Gang". Rechts: Ein Mann und zwei Frauen - diese mit sportivem Käppchen (!) und leichtem Handgepäck - (Interessant: der Mann - ohne Hut!! - geht einen Schritt weiter vorne, trägt aber so etwas in der Hand, was wir heute als "weibliches Attribut" bezeichnen würden, nämlich eine Handtasche!) in adretter, ländlicher, volksnaher Kleidung auf einer breiten, festgetretenen, "sauberen" Straße.

Links: Zwei Frauen mit traditionellen Kopftüchern, große Last auf dem Rücken schleppend, leichten Schuhen bekleidet - in einer zerrütteten, zerstörten, in Trümmern liegenden Umgebung. Was mir noch sofort ins Auge sticht, ist eigentlich paradox: Obwohl das rechte Bild von seiner Aufnahmequalität eine relativ scharfe Einstellung aufweist, wirkt es in der Aussage unscharf, keine konkreten Anhaltspunkte ergeben sich bezüglich der momentanen Aufnahmesituation, des Hintergrundes bzw. der jeweiligen Umstände, Zusammenhänge. Das linke Bild ist zwar "verschwommener", wirkt dennoch beim unmittelbaren Hinschauen in seiner Aussage schärfer, präziser.

Maria Reckendorfer

1. Sommerfrische können wir uns nicht leisten, dafür verdient der Albert bei der Post nicht genug. Aber es ist ein sicherer Posten, jetzt, wo doch viele arbeitslos sind. Da muss man zufrieden sein. In Sommerfrische gehen können wir nicht, aber wir haben die Mitzi, meine Schwester, die hat aufs Land geheiratet. Die hat mit ihrem Mann, der Fritz ist Eisenbahner, ein Häuschen gebaut. Der Fritz ist ist ein braver Mann, fleißig und sparsam. Der geht nicht ins Gasthaus und bringt sein ganzes Geld heim. Wie mein Albert auch. Der Albert hat ihnen beim Bauen geholfen, jeden freien Tag. Am meisten Arbeit war das Ziegelgießen, da haben auch wir Frauen und die Kinder mitangepackt. Gottseidank hat es in diesem Sommer nicht so viel geregnet, da sind die Ziegel schneller getrocknet. Vom ersparten Ziegelgeld haben sie das Dach eindecken können. Seither fahren wir jeden Monat einmal übers ganze Wochenende auf Besuch zu ihnen. Unserer Anni tut die gute Landluft wohl, da wird sie den Winterhusten wieder los. Die Mitzi meint, das macht ihre Ziegenmilch, die wirkt Wunder. Sie haben nämlich zwei Ziegen. Die brauchen nicht viel und geben gut Milch. Die Mitzi stampft sogar Ziegenbutter und macht Ziegerkugeln. Da gibt sie uns immer einen Vorrat davon mit. Im letzten Jahr hat der Fritz einen Photoapparat gekauft. Und da hat er uns photographiert, wie wir gerade zum Geburtstag von der Mitzi gekommen sind. Unsere Anni ist ganz stolz auf ihr Dirndl, das habe ich ihr zur Firmung genäht Sie sieht ja wirklich ordentlich aus, schon richtig erwachsen. Einen Strohhut hätten wir beide gern. Der wäre in der Sonne nicht so warm und richtig elegant. Aber Alberts Schildkappen sind auch ein feiner Sonnenschutz, und wir sehen damit doch ganz respektabel aus. Der Albert und die Anni haben ihre Sachen im praktischen Rucksack mit. Ich nehme lieber mein schönes Kofferl, sieht aus wie auf Reisen. Mein Albert trägt mir auf dem Photo meine Handtasche. Das macht er immer, wenn wir zur Mitzi fahren. Daran merkt man seine gute Laune. Das Photo mögen wir, es steckt hinter dem Glas von der Küchenkredenz.
2. Gekommen sind sie, letzte Woche - gerade noch Zeit zum Verstecken - wir und die Kinder - versteckt, aber alles zurückgelassen - die Männer weg - hinhören müssen auf den Lärm -Feuer und Rauch - Wut, Ohnmacht, Tränen - den Kindern den Mund zuhalten - fest an sich pressen - wir müssen durchhalten - die Kinder brauchen uns warten - steif vor Angst - warten - horchen auf jeden kleinsten Laut - warten - was wird sein - dann sind sie weg - zerschlagen, zerschossen, zerstört fast alles - wir suchen nach Brauchbarem - schaffen es unter ein Dach - unsere Tränen sind eingefroren - wir müssen durchhalten - die Kinder brauchen uns.

Hechenberger Elisabeth

Ich habe mir 2 Überschriften ausgedacht:

1. Foto: Spaziergang bei schönem Wetter an einem Sonntag.
2. Foto: Spaziergang?

Fischlechner Doris

Ich fange mit dem ersten Bild an. Es erinnert mich an eine Fotografie, die ich vor 10 Jahren in einem Dorf in Ecuador gemacht habe. Die Menschen tragen eine schwere Last, sind ärmlich gekleidet, tragen eine Kopfbedeckung, im Hintergrund, verschwommen, eine ärmliche Gegend. Den Gesichtsausdruck der Person (ist es ein Mann, eine Frau?) interpretiere ich als verschlossen, uneinsehbar. Die Frau neben ihr/ihm dreht sich ab. Das Bild kann genauso vor einer Woche entstanden sein. Es hängt vom Betrachter ab, ob er es für sich positiv oder negativ interpretiert.
Das zweite Bild: Sommerfrische in Bayern, oder Wochenendausflug. Selbstbewusst und zufrieden stehen die 2 Frauen am Weg. Freudig über das was war, was kommen wird. Geschwister oder ein junges Paar, das die Schwester mitnimmt oder Geschwister, die die Eltern besuchen, im Sonntagsgewand. Ich habe vergessen folgenden Text zum ersten Bild zu schreiben, vielleicht kennen Sie ihn: "Hätte ich bei der Landung in Trude nicht mit großen Buchstaben den Namen der Stadt gelesen, ich hätte geglaubt, auf demselben Flughafen angekommen zu sein, von dem ich abgeflogen war. Die Vororte, durch die sie mich fahren ließen, waren nicht anders als die anderen, die gleichen gelblichen und grünen Häuser. Den gleichen Hinweisschildern folgend, umfuhr man die gleichen Anlagen der gleichen Plätze. Die Straßen im Zentrum stellten Waren, Verpackungen, Schilder zur Schau, die in nichts anderes waren. Es war das erste Mal, dass ich nach Trude kam, aber schon kannte ich das Hotel, in das ich geriet; meine Gespräche mit Käufern und Verkäufern von Schrott hatte ich bereits gehört und gesagt; schon andere, ganz gleiche Tage waren mit dem Blick durch die gleichen Trinkgläser auf die gleichen wabbelnden Bäuche zu Ende gegangen. Warum überhaupt nach Trude kommen? fragte ich mich. Und wollte wieder abreisen. "Du kannst abfliegen, wann du willst", wurde mir gesagt, "aber du wirst zu einem anderen Trude kommen, das Punkt für Punkt gleich ist, die Welt ist überdeckt von einem einzigen Trude, das nicht anfängt und nicht aufhört, nur am Flughafen den Namen wechselt." Italo Calvino

Gertraud Trieb

Natur, Sonnenschein, die Leute machen einen Spaziergang. Sie haben Zeit, sie bleiben auch stehen und schauen in den Photoapparat. Sie sind gut genährt und anständig gekleidet. Alle tragen ein Handgepäck, machen sie einen Tagesausflug? Der Mann trägt noch die Handtasche der hinteren Frau oder der Photografin: Eine kleine Gruppe macht einen Ausflug. Einwand: Der Mann hat schmutzige Schuhe an, das Hemd bis zur Brust offen, er trägt einen Rucksack. Kommt er gerade von der Arbeit? Wurde er gebeten, sich zu den 2 Frauen dazu zu stellen und man drückt ihm noch die Handtasche in die Hand. Dies würde sich darin bestätigen, dass er vor Ihnen geht, selbst die beiden Frauen sind nicht direkt nebeneinander. Würde die Gruppe zusammen gehören, und jemand aus der Gruppe photographieren, würde das Lächeln doch nicht so aufgesetzt sein. Die rechte Frau trägt eine Hausschürze über das einfache Dirndl, macht mir eher den Eindruck, als wäre sie aus ihrer Arbeit gerissen worden. Die linke Frau könnte einen Besuch machen, sie ist schön gekleidet, trägt schöne Strümpfe. Meine Meinung: gestelltes Photo, der Mann gehört nicht dazu, die rechte Frau auch nicht, die linke Frau besucht jemand. Daher gezwungenes Lächeln. Könnte Hitlerzeit sein, vor dem Krieg. Will den Schein vermitteln: wie gut geht es den Leuten doch mit Hitler.
Linkes Bild: Die Natur ist verschwommen, es drückt Zeitmangel aus. Die Frauen sind einfach gekleidet, haben keine Zeit stehen zu bleiben, schauen auch nicht in den Photoapparat. Mageres Gesicht, Kopftuch, woher kommen sie, was treibt sie an? Sie tragen schwer. Wo sind die Männer, wieso helfen sie ihnen nicht? Sind sie im Krieg gefallen?
Könnte Kriegs- oder Nachkriegszeit sein.

Barbara Schwarz

Rechtes Bild: Stadtbesuch. Familie Huber kommt von ihrem Stadtbesuch zurück. Alle drei sichtbaren Personen, und wahrscheinlich auch der Photograph, haben ihr "schönes Sonntagsgewand" an. Die Frauen tragen die Kappen ihrer Männer, damit sie die Sonne nicht so blendet. Vielleicht finden sie auch gerade diesen Anblick: Frauen mit Männermützen so lustig, dass sie sich entschließen, dieses Photo zu schließen. Wahrscheinlich haben sie eine Nacht, oder vielleicht zwei Nächte, bei Verwandten in der Stadt verbracht. Doch: Warum waren sie in der Stadt? Was gab es dort wichtiges zu sehen, zu erleben? Vielleicht ein großartiger Umzug / eine Parade? Ein militärisches Aufgebot von hundert oder tausend Mann? Zwischendurch immer wieder Musikkapellen zur Unterhaltung. Unzählbares Publikum: Erwachsene im Sonntagskleid, Kinder auf den Armen ihrer Eltern mit Fähnchen in der Hand stehen am Straßenrand. Auch aus den Fenstern der Häuser gibt es zahlreiche, jubelnde Zuschauer. Und irgendwo mitten in den Massen Familie Huber.
Linkes Bild: Wohin führt der Weg? Die Unschärfe des Bildes, sowie das wenig Erkennbare, erzeugen in mir ein Bild von: Armut - Hoffnungslosigkeit - Orientierungslosigkeit. Was wird die Zukunft diesen beiden Menschen wohl bringen? Wo führt der Weg die beiden Menschen im Bild wohl hin? Einerseits könnten es zwei Menschen bei ihrer Arbeit sein. Schwere körperliche Arbeit mit wenig Lohn - meist, so wie es früher war nur für Kost und Unterkunft bei einem Bauern. Getan wird, was der Bauer verlangt - ohne lange zu murren. Auch wenn die Arbeit sehr schwer ist - man macht sie, weil man froh ist überhaupt Arbeit, etwas zu essen und einen Platz zum Schlafen zu haben. Andererseits könnten diese beiden auch auf der Flucht sein. Vertrieben aus ihrem Land - auf der Suche nach einem Ort, der ihnen wieder Sicherheit und Geborgenheit bietet. Auf der Suche nach einer neue Heimat. In der sie niemand verhaftet oder umbringt wegen ihrer Religion, politischen Haltung, ihrer Herkunft usw.

Sonja Stöger

Rechtes Foto: Dieses Bild erinnert mich sehr an meinen Opa. Aus Erzählungen weiß ich, dass er ständig fotografierte, sei es bei der Feldarbeit oder beim Familienausflug, die Kamera war überall dabei. Familienausflug in der "Sonntagsmondur", so würde ich das Bild betiteln. Wohin wird es wohl gehen? Vielleicht an einen Badsee, es könnte aber auch ein Ausflug zu einer Wahlfahrtskirche sein oder einfach ein ganz normaler Spaziergang, mit einer "Marent" im Rucksack.
Linkes Foto: Verwüstung, Ruinen, Trauer, Armut, all diese Begriffe passen zu diesem Bild. Irgendwie ist die erste Assoziation, dass es sich hier um ein Bild aus der Kriegszeit handelt. Es drückt das totale Gegenteil zum anderen Bild aus. Dort scheinen mir alle zufrieden, eine sogenannte heile Welt vor Augen. Es könnte aber auch nur eine gespielte Idylle sein. Der Versuch die Vergangenheit zu vergessen, sie zu verdrängen. Zu Beginn habe ich geglaubt, dass das rechte Bild älter sein wird und das linke Bild später aufgenommen wurde und man damit zeigen wollte, wie die "guate alte Zeit" war, aber nach genauerer Betrachtung kam ich zu dem Schluß, dass es eher umgekehrt sein muß. Im rechten Bild versucht man die furchtbare Zeit zu vergessen. Lange genug war sie da. Dagegen stellt das linke Foto die Realität der damaligen Zeit dar. Man kann sehen wie es war. Solche Fotos sieht niemand gerne, jeder bevorzugt die Bilder, auf denen alle fröhlich und in einer schönen Umgebung dargestellt sind- auch wenn die Realität ganz anders aussieht, aber die ist auf solchen Darstellungen nicht erwünscht.

Diana Köhle

Rechtes Bild: Reisende, die erholt und glücklich von ihrer Sommerfrische auf dem Weg nach Hause sind.
Linkes Bild: Auf der Flucht. Zwei Leute verlassen mit allem, was sie gerade tragen können, ihre Heimat.

Sonja Stampfer

meine grossmutter erika prett zu den bildern des museums der erinnerungen: " ja, das bild oben erinnert mich an die zeit meiner eltern, also, das bin ich und meine eltern. genauso haben wir ausgesehen in den 20ern und 30ern. alle haben dirndln anghabt, alle waren gleich. also oben sind die herrschaften und unten sind die dienstmadeln, die arbeiter. unten, das sieht aus wie nach einer ueberschwemmung. das hab ich als kind in cilli (slowenien) auch miterlebt. ja, das war eine zeit ohne geld, eine zeit der armut."

martina tritthart

"Schaut uns nur an, was wir für eine nette deutsche Familie sind. Ich immer einen Schritt voraus, die beiden Damen mir nach, brav und respektvoll. Im Wald und auf der Heide, da such ich meine Freude ... . Man sieht mir doch wohl an, dass ich ein ganz rechtschaffener Bürger bin, und das wissen meine Frau und meine Tochter auch ganz genau, deshalb sind sie auch so stolz auf mich. Wir kleiden uns auch ganz so, wie es richtig und anständig ist. Die Frauen haben ordentliche Strümpf und Schuh an - diesen neumodischen Schmarrn gibts bei uns daheim nicht - und ich trag schon eine Weile meinen Oberlippenbart. Er unterstreicht ein bisschen meinen Tatendrang und mein Durchsetzungsvermögen. Wir können dem Herrgott schon danken, dass er uns eine so schöne Natur geschenkt hat und ich bin überzeugt, dass mit der richtigen Portion an Rechtschaffenheit, Mut und Wille es jedem auf dieser Welt möglich ist, etwas aus sich und seinem Leben zu machen. Ich bin ja das leibhaftige Beispiel dafür. Eine harte Kindheit hab ich gehabt, alles hab ich mir im Schweiße meines Angesichts mit diesen meinen Händen erarbeiten müssen, aber der Lohn ist nicht ausgeblieben. Ja, ja, die Armut, die gibt's schon noch hier und da, aber was soll's, die Leut müssen halt schauen, wie sie weiterkommen. Mir hat auch niemand rausgeholfen, bin ganz allein zu dem geworden, der ich heute bin. Schaut's mich an!"

n.n.

Rechtes Bild: Auf dem Bild sieht man einen Mann und zwei Frauen. Vor allem die mittlere Frau ist gut gekleidet, der Mann geht etwas voraus und trägt eine Frauenhandtasche, auch die anderen tragen leichtes Gepäck. Alle drei blicken frontal in die Kamera, die Sonne scheint, die dahinterliegende Landschaft ist üppig, alles wächst. Vermutlich fungiert der Mann als Träger und hat beide oder zumindest eine der beiden Frauen abgeholt, alle haben viel Zeit, das Bild vermittelt eine gewisse Ferienstimmung. Der Kleidung nach ist das Bild aus den 30er Jahren entstanden, vermutlich noch vor dem Krieg, als die Welt sozusagen (zumindest dem Schein nach) noch in Ordnung" war.
Linkes Bild: Hier sieht man zwei Frauen, die, zumindest die vordere, unterernährt und verhärmt aussehen. Sie blicken zu Boden und tragen schwere Säcke auf dem Rücken, vielleicht sind sie auf der Flucht und in den Säcken befindet sich ihr letztes Hab und Gut. Dieses Bild wurde von der Seite aufgenommen und ist etwas verschwommen. Die Landschaft ist zerstört, der Weg führt durch Trümmer und ist nicht klar abgegrenzt.

Birgit Tschiderer

Foto (rechts): Es ist die Zeit vor dem Zweiten Welt Krieg (Das kann man durch ihre Kleider erkennen). In diesem Foto herrscht eine fröhliche Stimmung: Lächeln, bunte Kleider von Frauen, Sonnenschein. Es muss schön warm gewesen sein, denn man trägt ein Hemd, das weit angeknöpft ist und die Frauen haben kurzärmelige Blusen an. Im Hintergrund sieht man schöne Natur. Bäume und Berge sowie zwei nette Häuser wirken sehr berühigend und fröhlich. Besonders erzeugt traditionelle Kleider von Frauen "Heimat-Gefühl".Alle diese Elemente schaffen Bild der schönen und glücklichen Vorkriegszeit und "Heimat".
Foto (links): Hingegen wirkt dieses Foto sehr traurig. Es muss die Zeit des Krieges oder kurz nach dem Krieg gewesen sein. Die zwei Leute tragen Kopftücher und haben dunkle Kleider an, die nicht schön sind. Sie tragen auch große Säcke, die sehr schwer aussehen und die sicher diese zwei Menschen belasten. Man sieht kein Lächeln, keine schöne Natur im Hintergrund. Gebranntes Feld in der Mitte zeigt, dass es dort bombardiert wurde. Alle diese dunkle Elemente erzeugen traurige Stimmung. Man denkt sofort, nie mehr Krieg.

Ayako Sato

Rechtes Bild: Das Bild könnte an einem sonnigen Sommertag aufgenommen sein, es zeigt zwei Frauen und einen Mann, die bereitwillig stehen bleiben und sich freundlich lächelnd fotografieren lassen. Ruhe, Friede, Gelassenheit und einfaches Glück machen sich breit. Das Photo wird in der Zeit nach dem Wiederaufbau entstanden sein. Die kleinen Einfamilienhäuser im Hintergrund und die sonntägliche Kleidung deuten darauf hin, dass man sich wieder etwas leisten kann, das Leben bedeutet nicht mehr nur Arbeit. Die Sinne sind wieder offen für die Schönheiten der Natur. Das Bild vermittelt auch den Eindruck, als ob Zeit keine Rolle spiele.
Linkes Bild: Armut, harte Arbeit und Freudlosigkeit beschreibt dieses Bild. Die beiden schwerbepackten Frauen haben keine Zeit, in die Kamera zu schauen. Gesichtsausdruck und Haltung deuten daraufhin, dass sie ein schweres und entbehrungsreiches Leben führen, dass sie hart ums Überleben arbeiten müssen. Düster sind auch die Wohnverhältnisse im Hintergrund. Ich könnte mir vorstellen, dass das Bild aus einem gegenwärtigen Kriegsgeschehen, z.B. aus dem Bosnienkrieg stammt. Dieser zeitliche Kontext würde auch die Anordnung der Bilder erklären.

Gerlinde Vogler

Die beiden Bilder stellen große Gegensätze dar.
Rechtes Bild: Zu sehen sind ein Stück Straße, dahinter eine Wiese, ein Wald und zwei Häuser. An diesem hellen Sommertag sind ein Mann und zwei Frauen unterwegs, wenn sie auch für den Fotografen gerade stehenbleiben und freundlich in die Kamera blicken.
Die Gegend könnte österreichisches Alpenvorland sein, etwa aus den Hausformen zu schließen. Auch das Dirndlkleid der einen Frau deutet darauf hin. Ebenso kann eine zeitliche Zuordnung nur vage erfolgen. Vor und unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg konnte man noch nebeneinander auf der Straße gehen, weil es kaum Autos gab. Alle drei tragen einfache und ohne Rücksicht auf eine Moderichtung kombinierte Kleidung. Man könnte vielleicht auf etwa 1950 schließen. Wann und wo aber trugen Frauen solche Kappen? Vielleicht bekamen sie sie von Besatzungs- Soldaten geschenkt. Die Gürtelschnalle des Mannes dürfte ein Souvenir aus seiner Militärzeit sein. Der Maschendrahtzaun zwischen Wiese und Wald verrät allerdings eher die gestiegene Wirtschaftskraft der 60er oder 70er Jahre. Wohin sind die drei unterwegs? Ihr Handgepäck deutet auf einen Ausflug, einen Besuch (Blumenstrauß), sie sind vielleicht auf dem Weg zum oder vom Bahnhof. Das Bild ist jedenfalls der Ausdruck einer gewissen Idylle, von Zufriedenheit oder Heiterkeit einiger Leute, und sei es nur über die Gelegenheit, einmal fotografiert zu werden.
Linkes Bild: Ganz anders dieses Bild. Es ist etwas unterbelichtet. Zwei Frauen eilen über einen unebenen Platz, vorbei an einem Stapel von Holzresten oder Abfällen. Dahinter sind Bänke und die Mauern eines ebenerdigen Gebäudes erkennbar. Die Unschärfe der Aufnahme und die Haltung der Frauen vermitteln einen Eindruck von Eile. Auf dem Rücken schleppen sie große Säcke, vielleicht gefüllt mit Bettzeug. Ihre Gesichter drücken Sorge, Trauer, auch Angst aus. Sie bemerken den Fotografen nicht, und vermutlich interessiert es sie in dieser Situation auch nicht, ob sie beobachtet werden oder wie sie gerade aussehen. Ihre dicken Jacken verweisen auf Kälte und Nässe, trotzdem stecken ihre Füße nur in Sandalen. So spricht vieles dafür, dass sie auf einer überstürzten Flucht sind. Da war keine Zeit, die Koffer zu packen, da ist kein Mobiliar zu sehen, auch kein Fahrzeug oder eine hilfreiche Männerhand. Es wäre denkbar, dass hier zwei Frauen aus Osteuropa - Kopftücher sind dort üblicher - vor der heranrückenden Wehrmacht der Nationalsozialisten fliehen, aber auch, dass es sich um Bombenopfer oder vor den Sowjets fliehende Deutsche handelt. Aus dem Bild spricht verzweifelte Flucht vor Gewalt.

Josef Soder

Rechtes Photo: Die Menschen auf diesem Bild machen auf mich einen unsicheren, doch trotz mancher Befürchtungen und Sorgen einen eher optimistischen, ja auch hoffnungsvollen Eindruck. Das Wenige, das sie bei sich tragen, tragen sie mit einem trotzigen Stolz und versuchen so ein Stück ihres Weges zu finden. Die sommerliche, kräftig scheinende Natur im Hintergrund verstärkt die positive Wirkung, die Atmosphäre des Bildes auf mich.
Linkes Photo: Im Gegensatz zum rechten Bild hat dieses auf den ersten Blick eine bedrückende, lastvolle, angstauslösende Wirkung auf mich. Auch die Beiden schreiten ein Stück ihres Weges, es scheint jedoch ein Weg in Not und Bedrängnis zu sein. Der Mensch im Vordergrund wirkt auf mich verzweifelt, als ob er keinen Ausweg für seine Situation findet, keine Kraft mehr aufbringt sie zu ändern. Auch in diesem Bild verstärkt der zerstört, ärmlich und trostlos wirkende Hintergrund, den Ausdruck, den die Menschen im Bild vermitteln. " UNFREIHEIT " - Der Titel, den ich für dieses Bild wählen würde.

Simone Eder

Rechtes Bild: Auf dem Bild sehe ich 3 Personen. 1 Mann und eine Frau. Die 2 Frauen sind im bäuerlichen Stil bekleidet. Der Mann ist mit einer Kniebundhose und einem Hemd, welches er so geöffnet hat, dass ein großer Teil seiner Brust sichtbar ist. Die zwei Frauen haben als Kopfbedeckung Schildmützen. Sie tragen verschiedene leichte Gepäckstücke, eine Frau hat einen Blumenstrauß auf ihrer Tasche. Der Mann trägt in der rechten eine Handtasche. Die andere Frau einen kleinen Koffer. Im Hintergrund sieht man 3 Häuser - im Vordergrund eine Straße. Die ganze Szene wirkt gestellt. Alle 3 Personen schauen in die Kamera.
Linkes Bild: Auf dem Photo sind 2 Frauen abgebildet. Sie sind jeweils bekleidet mit Rock und Jacke. Beide tragen ein Kopftuch. Sie tragen Säcke, welche recht gefüllt erscheinen, wobei im Gesicht der Frau im Vordergrund und an ihrer Art den Sack zu tragen, es erscheint, dass der Sack nicht besonders schwer ist. Im Hintergrund sind 2 flache Häuser zu erkennen (es ist nicht ersichtlich ob die Häuser Wohnzwecken dienen). Die Szene selbst wirkt nicht gestellt, außerdem ist das Photo etwas verwischt, wodurch bei mir der Eindruck von Dynamik entsteht.
Das rechte Bild wirkt wie eine "Überlandpartie" und die Menschen darauf könnten meine Großeltern sein. Das Photo passt nicht mehr. Das linke Bild erinnert mich an eine Fluchtszene - passend durchaus in die heutige Zeit (Ex Jugoslawien).

Kurt Mann
die linke fotografie: emotion. die rechte: abwehr.

weil die rechte mit eigenen erinnerungen zu tun hat, erinnerungen an bedirndelte sommerfrischlerinnen in den fünfziger- und sechzigerjahren, die zu kindern wie mir sätze sagten, denen man nichts entgegensetzen konnte als: verweigerung, und die - gott (an den ich damals noch glaubte) behüte! - einen vielleicht sogar berührten, die sich wichtig machten, unter anderem auch dadurch, dass sie jeden schritt und tritt fotografisch festhielten als beweis dafür, dass es ihnen gut ging;

und der prüfende blick auf die eigenen eltern wollte sich vergewissern, dass die ja doch anders waren, dass sie sich ja nur anpassen wollten, um unauffällig zu bleiben, aber so weit ging die anpassung nicht, dass der vater seine proletarische herkunft unter einer "knickerbocker" verborgen hätte und die mutter, deren donauschwäbischen akzent in den steirischen sommerfrischen niemand einordnen konnte, ein dirndl getragen hätte; in den sommerfrischen, die man sich nun auch als arbeiter leisten konnte.

aber was die wohl in ihren täschchen und köfferchen herumtrugen, das blieb mir schon damals verborgen, und das weckt auch meine neugierde an der fotografie, darin steckt ihr geheimnis, da wäre ich so gerne der dorfpolizist, der das kontrollieren darf, um später daran eine erinnerung zu haben, die er weiter erzählen kann, doch jetzt, wo ich hier schreibe, versuche ich mich an das foto zu erinnern: die landschaft und die häuser im hintergrund könnten in den östlichen voralpen zu finden sein, die ausstattung der personen und der maschendrahtzaun links der straße scheinen mir doch mehr auf die zeit der eigenen erinnerung als auf die zeit vor dem krieg hinzuweisen, und das macht die menschen verdächtig, denn trägt der mann nicht sogar ein bärtchen, das zu jener zeit verpönt gewesen sein sollte?

die rechte fotografie: abwehr. die linke: emotion.

weil die linke mit geborgten erinnerungen zu tun hat, erinnerungen, die zu eigenen wurden, um der mutter, der einen großmutter und der anderen großmutter die last zu erleichtern, die sie durch ihr leben trugen und tragen, weil kinder noch nicht wissen, dass geteilte last nicht die halbe sondern die doppelte ist. später: die skepsis gegenüber den emotionen, den gefühlen; den kopf kühl halten, damit die füße warm bleiben können. das macht ein schönes gefühl, sagt der Gebürtig.

also mit kühlem kopf festhalten, dass ich hier einen mann mit einem großen sack am rücken sehe und eine frau mit einem kleineren. dass beide für das, was sie tun, nicht wirklich ausgerüstet sind. der mann scheint keine schuhe zu tragen, die frau trägt schuhe, die besser in die stadt passen als in die unwirtliche, ärmliche landschaft, durch die sie eilen. genaueres erkennt man von dieser landschaft nicht, die umstände der aufnahme - von einem fahrzeug herab? - haben die konturen verschwimmen lassen. auch der bildausschnitt spricht für einen schnellen, unüberlegten abdrücker, der unauffällig bleiben wollte. wer fotografiert so eine szene? ein schnappschuss durch jemanden, dem es viel besser geht als den säckeschleppern, denn die haben wohl keinen fotoapparat einstecken. und warum geht jemand mit nackten füßen und zieht sich gleichzeitig eine kapuze über den kopf, ein kopftuch, fest geknotet? kalt wird es wohl sein, ein nieselregen vielleicht.

die beiden sind konzentriert, verschlossen in sich, wirken fremd. dass ich mich vor allem frage, wo sie hingehen, hat wohl damit zu tun, dass sie aus dem linken bildrand kommen und rechts alles frei ist, hell wird, weil licht ins objektiv gefallen ist, eine folge des schnellen abdrückens mit zu langer belichtungszeit. und was kann ein mensch wohl in so großen säcken tragen? heu, laub? für ein nachtlager? fürs vieh? für wessen vieh? fürs eigene wohl kaum. ich lese, dass manche an flüchtende denken, aber mit solchen säcken flüchtet keiner, so große säcke können nur mit etwas gefüllt sein, das morgen schon wertlos ist. aber vielleicht sind die beiden doch auf der flucht, verdingen sich hier vorübergehend für einen geringen vorteil, oder sind es zwangsarbeiter, oder einfach arme menschen ...

die beiden fotografien nebeneinander, was sagen sie mir?

ist ihr gemeinsames, dass sie menschen in einer landschaft zeigen, die etwas tragen? das eine mal säcke mit unbekanntem inhalt, das andere mal handtaschen und -koffer mit ebenso unbekannten schätzen? aber seit wann interessiert mich das gemeinsame? und das verschiedene? müßte das nicht im gemeinsamen verborgen sein, und ist nicht das geringste gemeinsame zweier fotos, dass sie jemand gemacht hat? ich hege den verdacht, dass die beiden bilder deswegen so vieles freisetzen, weil darin ihre spannung liegt: dass die frau, die das rechte bild geknipst hat (ja, es war wohl eine frau, denn welcher mann ging und geht schon freiwillig mit einer solchenen handtasche über die landstraße, es sei denn, er hat sie zu halten bekommen, weil sie zu schade ist, um auf die straße gestellt zu werden), zu den abgebildeten gehört, sich mit ihnen eins fühlt, mit dem foto eine gemeinsame erinnerung herstellen wollte, während die person, die das linke foto geknipst hat, dieses bild gestohlen hat, sich von den abgebildeten weg bewegt hat, ja vielleicht vor dem, was sie gesehen hat, selbst auf der flucht war. damit wird der betrachter zu dem, der vor dem gesehenen flieht, damit werden die gesehenen zu gezeigten, welche dieses foto vielleicht - nein, wahrscheinlich; oder: sicherlich - nie zu gesicht bekamen, während die menschen rechts im bild sich anhand ihrer abbildung ihrer eigenen identität vergewissern durften.

und jetzt den bildertausch: den bedirndelten ihre identität runterreißen, damit sie nicht mehr länger selbstgefällig in der landschaft meiner erinnerung herumstehen und sie den anderen geben, die flüchtig geblieben sind ...
peter zawrel